Erwachsen werden in der Einwanderungsgesellschaft. Der Auszug aus dem Elternhaus bei jungen Erwachsenen türkischer und deutscher Herkunft..

Erwachsen werden in der Einwanderungsgesellschaft. Der Auszug aus dem Elternhaus bei jungen Erwachsenen türkischer und deutscher Herkunft..

2012; [Growing Up in the Immigration Society: Leaving the Parental Home among  Young Adults of Turkish and German Origin]
(together with Michael Windzio)

Im vorliegenden Band werden Ergebnisse einer vergleichenden Untersuchung der Prozesse des Auszugs aus dem Elternhaus bei jungen Erwachsenen in Deutschland präsentiert. Auf der Grundlage der ersten Welle des Generations and Gender Survey werden die Auszugsprozesse bei einheimischen Deutschen und türkischen Immigranten miteinander verglichen. Angeleitet werden diese Analysen von theoretischen Überlegungen aus der Migrations- und Familiensoziologie sowie der Forschung zu intergenerationalen Beziehungen. Die Angleichung des Auszugsverhaltens zwischen einheimischen Deutschen und türkischen Immigranten ist ein einschlägiger Indikator der Integration und Akkulturation, da der Auszug meist einer intergenerationalen Abstimmung bedarf und stark von Normvorstellungen und Werteorientierungen beider Generationen beeinflusst sein kann. Die Ergebnisse zeigen, dass Wertorientierungen tatsächlich einen wichtigen Einfluss auf das Auszugsverhalten haben, und zwar sowohl für die Gruppe der türkischen Zuwanderer als auch für einheimische Deutsche. Insbesondere sind aber geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen den beiden Gruppen auszumachen. Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist, dass die Auszüge bei Zuwanderern türkischer Herkunft wesentlicher enger an Prozesse der Familienbildung gekoppelt sind, als dies bei Deutschen der Fall ist. Zudem hat bei den einheimischen Deutschen über die Kohortenabfolge eine tendenzielle Entkoppelung dieser Lebensereignisse stattgefunden, die bei den türkischen Zuwanderern in dieser Weise nicht festzustellen ist.


In this volume the results of a comparative analysis are presented that deal with processes of leaving the parental home among young adults who grew up in Germany. Using the first wave data of the German Generations and Gender Survey the move-outs of autochthonous Germans and Turkish immigrants are compared to each other. The study is guided by theoretical considerations from migration research, family sociology of as well as the research on intergenerational relations. An approximation of the patterns of leaving the parental home between autochthonous Germans and immigrants of Turkish origin would be a pertinent indicator of integration and acculturation, as moving out of the parental home generally requires intergenerational reconciliation and can be heavily influenced by the norms and values of both the parents’ and children’s generation. The results of the analyses indicate that value orientations indeed have a significant impact on the moving-out behaviour of individuals - be they Turkish immigrants or autochthonous Germans. Particularly pronounced are differences with respect to gender between both groups. A core finding of the study is that leaving the parental home among the Turkish immigrants is much more connected to marriage and family formation than it is the case for autochthonous Germans. For the latter group, however, over the birth cohorts a decoupling between the events of leaving the parental home and marriage is observable, whereas such a trend is not detectable for immigrants of Turkish origin. 

 

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